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Ein Tagesausflug nach Gibraltar – Do’s & Don’ts

In meinem Traveldiary über Andalusien hatte ich euch erzählt, dass wir einen Tagesausflug ins britische Überseegebiet Gibraltar gemacht haben und es darüber einen kleinen Extrabeitrag geben wird. Heute möchte ich euch kurz erzählen, wie uns Gibraltar gefallen hat, ob es einen Abstecher wert ist und was ich euch empfehlen bzw. nicht empfehlen kann.

Gibraltar liegt in Form einer Landzunge etwa anderthalb Stunden von unserer Base in Conil de la Frontera entfernt. Von Marbella (genau auf der anderen Seite von Gibraltar) ist es nur knapp eine Stunde mit dem Auto. Gibraltar hat tatsächlich nur eine Fläche von 6,5km² und eine Einwohnerzahl von 32.000 Menschen – wobei immer noch eine Menge Touristen dazu kommen, die sich in der Stadt aufhalten, schätze ich. Es unterliegt der britischen Krone, ist jedoch ein eigenes Land mit eigener Flagge und Währung (GIP; Gibraltar-Pfund) – wie z.B. Australien. Sehr spannend, wie ich finde, dass Gibraltar irgendwie autark und eine Exklave ist – und ich gleichzeitig ein weiteres Land für mich abgehakt habe.

Allein die Anreise nach Gibraltar ist lustig – man fährt durch die spanische Grenzstadt La Linea und hat dann die Möglichkeit, entweder mit dem Auto vor der Grenze Gibraltars zu parken oder mit dem Mietwagen reinzufahren. Wir haben uns für letztes entschieden und mussten erst einmal einige Minuten vor der Grenze warten – der Grund? Direkt hinter der Grenzkontrolle liegt das Rollfeld des Flughafens von Gibraltar und direkt vor unserer Nase musste kurz eine Easyjet-Maschine starten. Ja, tatsächlich findet auf dem winzig kleinen Gebiet auch ein kleiner Flughafen Platz, ebenso wie ein Fußballstadion, was direkt dahinter gelegen ist. Gefühlt ist alles in Gibraltar kleiner, näher zusammengerückt und doch dort untergebracht. Wie in einer Miniaturstadt mit Stadtkern, Hafen, Flughafen, Stadion, Wohngebieten und Hotels. Übrigens muss man bei der Grenzkontrolle seinen Personalausweis oder Reisepass zeigen, also bloß nicht Zuhause vergessen!

Zuerst entschieden wir uns, mit dem Auto bis an die Spitze Gibraltars zum Europa Point zu fahren. Mit seinem klassischen, rot-weißen Leuchtturm ist der Europa Point eine der Sehenswürdigkeiten des Landes. Leider hatten wir, wie ihr sehen könnt, an dem Tag sehr schlechtes, trübes, bewölktes und gar regnerisches Wetter, weshalb die Fotos auch eher traurig aussehen. Sonst ist es jedoch sehr schön dort, warm und direkt am Meer, mit dem Kontrast aus kleiner Stadt und Natur mit dem riesigen Felsen in der Mitte.

Der Europapoint ist in jedem Fall ein „Do“ – ihr habt (eigentlich) eine super Aussicht, könnt euch den Wind um die Nase wehen lassen und ein paar schöne Fotos machen.

Danach sind wir zum Felsen von Gibraltar gefahren. Wir wollten eigentlich rauffahren – das geht nur mit extra gebuchten Touri-Reisebussen oder mit der Gondel – jedoch war die Sicht an dem Tag sehr eingeschränkt und somit wenig lohnenswert. Hinterher haben wir gelesen, dass sich die Fahrt gar nicht so sehr lohnt, man einfach ein paar Affen auf dem Weg sieht und sich oben die Touristen tummeln, wenn man zur falschen Zeit oben ist. Also vielleicht eher ein „Don’t“ – beurteilen kann ich es jedoch nicht. Außerdem sieht der Felsen auch von unten schon schön aus!

Stattdessen haben wir auf einem großen Public Parkplatz am Fuße des Felsens geparkt – Achtung, die Parkplätze in Gibraltar sind ein wenig verwirrend. Es gibt vier verschiedene Markierungen, die kostenlose, zahlungspflichtige, Anwohner- sowie Tourismus-Parkplätze von einander unterscheiden. Wir haben sogar Glück gehabt und einen kostenfreien Parkplatz erwischt.

Danach ging es zu Fuß in die kleine Innenstadt – und für mich war es ein kleiner Flashback nach London. Natürlich nicht 1:1 – aber man merkt sofort, dass Gibraltar ein britisches Überseegebiet ist. Man zahlt mit Pfund, wirklich alle sprechen lupenreines British English mit strengstem Akzent, es gibt überall britische Läden, britische Süßigkeiten, kleine britische Pubs und dementsprechend britisches Bier und Fish & Chips en masse. Richtig lustig, wie in Miniatur-England in warm. Der entspannte Gang durch die Altstadt, ein britisches Mittagessen und dort ein wenig Treiben lassen ist also definitiv ein „Do“. 

Fun Fact 1: Die Berberaffen, die eigentlich auf Gibraltars Felsen wohnen und auch mittlerweile aufgrund fehlender Scheu vorm Menschen immer häufiger in der Stadt unten zu Gange sind, sind die einzige, wildlebende Affenpopulation in Europa! Es leben derzeit rund 240 Affen in Gibraltar.

Fun Fact 2: Wusstet ihr, dass manche Gibraltar auf der Mitte betonen, andere auf dem Ende des Wortes? Ich war früher immer der Meinung, dass es „gibRALtar“ heißt, irgendwann bin ich durch Hörensagen auf „gibralTAR“ umgestiegen. Da mein Freund die erste Version benutzt und das irgendwie verwirrend ist, wenn es beide unterschiedlich sagen, hat ein wenig googeln ergeben, dass beide Betonungen richtig sind – jetzt bin ich doch wieder bei der ersten Version, weil ich schon öfter komisch angeguckt wurde bei der anderen Betonung, haha. Wie sprecht ihr es aus?

Insgesamt kann ich euch einen Tagesausflug nach Gibraltar in jedem Fall empfehlen. Ihr merkt wahrscheinlich, dass wir nicht die klassischen Touristen-Urlauber sind, die jede Attraktion mitmachen, Museen besuchen, uns klassischen Stadtführungen anschließen oder andere Ausflüge buchen. Wir sind mehr so treiben lassen, selbst erkunden, lieber die Stadt auf eigene Faust entdecken, etwas lokales essen und die ein oder andere Sehenswürdigkeit abfahren und selbst entscheiden, ob es sich lohnt. Alles kann, nichts muss und bloß keinen Stress machen, immerhin ist man im Urlaub. Genau das möchte ich euch als abschließendes, großes „Do“ auch empfehlen. 

Wenn ihr einen Trip in Südspanien plant und Zeit und Lust auf eine kleine, andere Welt habt, dann plant einen Tag in Gibraltar – vielleicht bei besserem Wetter, als wir! :)

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